Leuchtkasten-Rechner: LED-Leistung, Netzteil und Leuchtdichte überschlagen

Wie viel LED-Leistung braucht ein Leuchtkasten in Ihrer Größe, welches Netzteil passt dazu und wie hell wird die Fläche am Ende wirklich? Der Rechner liefert einen belastbaren Überschlag in drei Sekunden – mit offengelegter Formel, damit Sie jeden Wert nachvollziehen und gegenrechnen können.

mm, Außenmaß
mm, Außenmaß
Lichtaustritt aus Opalacryl oder Textil
zweiseitig = doppelte Leuchtfläche
Außen: IP67-Netzteil, höhere Helligkeit
Stunden pro Tag
Euro pro kWh
Leuchtfläche– 
LED-Leistung– 
Netzteil– 
Leuchtdichte– 
Stromkosten– 

 

Alle Werte sind Überschläge für die Vorplanung (Toleranz etwa ±20 %). Sie ersetzen keine Elektroplanung und keine verbindliche Auslegung: Der tatsächliche LED-Typ, der Modulabstand und die Bautiefe bestimmen das Ergebnis mit. Verbindliche Werte stehen in Ihrem Angebot.

So rechnet der Rechner – Schritt für Schritt

Wir legen die Formel offen, weil ein Überschlag nur dann etwas wert ist, wenn man ihn prüfen kann.

1. Leuchtfläche

Leuchtfläche = Breite × Höhe × Anzahl der Leuchtseiten. Beim zweiseitigen Leuchtkasten wird jede Seite voll beleuchtet, die Leistung verdoppelt sich also näherungsweise – ein zweiseitiger Kasten ist kein „halber Aufpreis".

2. LED-Leistung

Wir rechnen mit spezifischen Leistungswerten aus der eigenen Fertigung:

BauartSpezifische LeistungRechenwert
Acryl-Leuchtkasten mit LED-Modulen33–55 W/m² Leuchtfläche40 W/m²
Textil-Leuchtkasten (Spanntuch)90–130 W/m² Leuchtfläche110 W/m²

Der Unterschied ist nicht Verschwendung, sondern Physik: Ein Spanntuch lässt deutlich weniger Licht durch als Opalacryl, deshalb muss hinter dem Tuch mehr Lichtstrom erzeugt werden, um dieselbe wahrgenommene Helligkeit zu erreichen. Für den Außenbereich rechnen wir zusätzlich den Faktor 1,2, weil eine Fassadenanlage gegen Tageslicht ankommen muss.

Anschaulicher wird die Bandbreite über den Lichtstrom: Unsere LED-Module liefern rund 110 Lumen je Watt. Für eine normal ausgeleuchtete Acrylfläche planen wir etwa 3.600 lm/m², für eine bewusst hell wirkende Fläche bis 6.000 lm/m² – genau das sind die 33 bis 55 W/m² aus der Tabelle.

3. Netzteil

Netzteile werden nicht auf 100 % ausgelegt. Wir planen mit 80 % Dauerlast, das heißt: benötigte Netzteilleistung = LED-Leistung ÷ 0,8. Diese Reserve verlängert die Lebensdauer deutlich und hält die Betriebstemperatur im Rahmen. Anschließend wird auf die nächste Standardgröße aufgerundet und die Anzahl bestimmt:

  • Innenbereich: IP20-Netzteile, Standardgrößen 60 / 100 / 150 / 200 / 300 W
  • Außenbereich: IP67-Netzteile, Standardgrößen 100 / 150 / 200 / 300 / 400 W – vergossen, für Feuchte und Frost

Für die Stromkosten rechnen wir zusätzlich den Netzteilwirkungsgrad von etwa 88 % ein. Die Anschlussleistung liegt also über der reinen LED-Leistung – ein Punkt, der in vielen Angeboten schlicht fehlt.

4. Leuchtdichte

Die Leuchtdichte in Candela pro Quadratmeter ist der Wert, der beschreibt, wie hell die Fläche für das Auge wirkt. Für eine gleichmäßig strahlende Fläche gilt:

Leuchtdichte = (LED-Leistung × Lichtstromausbeute × Transmission) ÷ (π × Leuchtfläche)

Wir rechnen mit 110 Lumen pro Watt Modulausbeute, einer Transmission von 55 % für Opalacryl und 35 % für Spanntuch. Das Ergebnis ist ein Erwartungswert, keine Messung – gemessen wird am fertigen Kasten.

Leuchtdichte und Nachbarschaft: die Zahl, die über Ärger entscheidet

Ein Leuchtkasten wird selten wegen seiner Größe zum Problem, sondern wegen seiner Helligkeit. Maßstab dafür sind die Hinweise zur Messung, Beurteilung und Minderung von Lichtimmissionen des Länderausschusses für Immissionsschutz (LAI, Fassung 2015 mit Formelkorrektur 2018). Sie konkretisieren § 22 Bundes-Immissionsschutzgesetz und werden von Bauämtern und Gerichten regelmäßig als Bewertungsgrundlage herangezogen. Für die psychologische Blendung großer Flächen nennen die Hinweise nachts folgende Richtwerte:

GebietstypBeispielRichtwert nachts
E2Wohngebiete1.000 cd/m²
E3Mischgebiete, Gewerbe im Ortsrandbereich2.000 cd/m²
E4Kern-, Gewerbe- und Industriegebiete5.000 cd/m²

Praktische Folge: In Wohn- und Mischgebieten ist nicht der hellste Leuchtkasten der beste, sondern der dimmbare. Eine Nachtabsenkung über Zeitschaltuhr oder Dämmerungsschalter kostet wenig und nimmt der Diskussion mit Nachbarn und Bauamt die Grundlage. Bei Wechsellicht – also wechselnden Motiven oder Blinkeffekten – wird der Maximalwert zusätzlich mit einem Faktor 2 bis 5 bewertet; für beleuchtete Werbung ist ruhiges Dauerlicht damit fast immer die sichere Wahl.

Montage- und Normhinweise

Elektrik

  • DIN EN 60598-1 – Leuchten, allgemeine Anforderungen und Prüfungen. Ein Leuchtkasten ist eine Leuchte, nicht „nur ein Schild".
  • DIN VDE 0100-559 – Errichten von Niederspannungsanlagen, Leuchten und Beleuchtungsanlagen. Anschluss über eine eigene, abgesicherte Zuleitung; im Außenbereich mit Fehlerstromschutzschalter.
  • DIN EN 62471 – photobiologische Sicherheit von Lampen und Lampensystemen.
  • Im Außenbereich: Gehäuse mindestens IP65, Netzteile IP67, Kabeleinführungen von unten oder mit Tropfschlaufe. Netzteile zugänglich montieren – sie sind das Bauteil, das nach Jahren als erstes getauscht wird.

Befestigung

  • Windlasten nach DIN EN 1991-1-4 (Eurocode 1). Faustregel für die Vorplanung: Ab etwa 3 m² Ansichtsfläche oder bei Auslegermontage gehört die Befestigung statisch gerechnet, nicht geschätzt.
  • Der Untergrund entscheidet: Wärmedämmverbundsysteme brauchen Abstandsmontage oder Dämmstoffdübel mit Zulassung, sonst wandert die Last in die Dämmung statt ins Mauerwerk.
  • Bei zweiseitigen Nasenschildern am Ausleger kippt jede Abweichung von der Senkrechten optisch sofort auf – Ausleger vor der Endmontage ausloten.

Baurecht (Beispiel Baden-Württemberg)

  • Werbeanlagen sind grundsätzlich genehmigungspflichtig. Verfahrensfrei sind nach § 50 Abs. 1 LBO BW in Verbindung mit Nr. 9 des Anhangs unter anderem Werbeanlagen im Innenbereich bis 1 m² Ansichtsfläche sowie Anlagen an der Stätte der Leistung in durch Bebauungsplan festgesetzten Gewerbe- und Industriegebieten bis 10 m Höhe über Geländeoberfläche.
  • Verfahrensfrei heißt nicht zulässig: Die materiellen Vorschriften gelten weiter. In reinen und allgemeinen Wohngebieten, Dorf- und Kleinsiedlungsgebieten sind nach § 11 Abs. 4 LBO BW im Wesentlichen nur Werbeanlagen an der Stätte der Leistung zulässig.
  • Örtliche Werbesatzungen nach § 74 LBO BW können deutlich strenger sein – in einigen Innenstädten liegt die verfahrensfreie Grenze bei 0,3 m². Ragt die Anlage in den öffentlichen Raum, kommt eine Sondernutzungserlaubnis hinzu.
  • Andere Bundesländer regeln das in ihren eigenen Landesbauordnungen abweichend. Ein Anruf bei der Bauverwaltung der eigenen Gemeinde ersetzt jede Faustregel und dauert zehn Minuten.

Quellen: LAI-Hinweise zur Messung, Beurteilung und Minderung von Lichtimmissionen (2015, Formelkorrektur 2018); Landesbauordnung für Baden-Württemberg, § 11, § 50 und § 74 samt Anhang. Stand der Recherche: September 2026. Diese Seite ist eine technische Orientierung und keine Rechtsberatung.

Vom Überschlag zum verbindlichen Preis

Der Rechner beantwortet die Technikfrage. Für die Preisfrage genügt ein Klick: Im Konfigurator geben Sie Maß, Bauart und Ausführung ein und sehen den Preis sofort – inklusive LED, Netzteil und Verkabelung, fertig montiert geliefert.

Leuchtkasten konfigurieren und Preis berechnen

Unsicher bei Bauart, Befestigung oder Helligkeit? Schicken Sie uns Maß und ein Foto der Montagestelle an info@signboxx.de oder rufen Sie an: +49 7152 619 02 02. Wir rechnen Ihnen den Fall konkret durch.